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Fama – das unkontrollierbare Gerücht

Pheme bzw. Phama als Gottheit in der griechischen Mythologie geht auf Hesiods Werke zurück. Sophokles bezeichnet sie als die Tochter der Elpis, den Ruf verkörpernd, in dem jemand steht, Gerücht und Klatsch verbreitend, vom Ruhm bis zum bösen Leumund.
Die römische Fama verkörpert als allegorisch-symbolische Gestalt der altrömischen Dichtung das unkontrollierbare Gerücht, den eher schlechten Ruf. Bei Vergil gilt sie als das schnellste aller Übel, habe tausende Augen und Ohren, unaufhörlich schwatzende Mäuler und Zungen, habe auch schlafend immer ein Auge und ein Ohr offen, um nichts zu versäumen.
Ovid beschrieb sie als Botin von nicht unterscheidbarer Wahrheit und Lüge.
Darstellungen der Fama in der bildenden Kunst zeigen sie mit Flügeln für die rasche Verbreitung des Rufs und mit einer Posaune, mit der sie Wahres und Falsches ausposaunt.

Die Dresdner Fama – Markenzeichen der Agentur

Neben der gewaltigen Kuppel der Frauenkirche entsteht mit dem Akademie-Neubau in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts ein neues dominierendes Element der historischen Stadtsilhouette: die gläserne Kuppel des Ausstellungsgebäudes der 1764 gegründeten Dresdner Kunstakademie. Die wegen seiner Form liebevoll von den Dresdner Zitronenpresse genannte, bekrönt die 4,8 Meter hohe und 1,7 Tonnen schwere Fama, ausgeführt als vergoldete Kupfertreibarbeit.
In 48 Meter Höhe schwebt die Fama mit einem Fuß auf einer Kugel stehend, die den Erdball versinnbildlicht, mit gewaltigen Flügeln über den Dächern der Kunstakademie. Sie wird als Personifizierung des Gerüchts und des irdischen Ruhms gedeutet. Ihrer Posaune wird ethische Bedeutung beigemessen – sie wecke die Seelen aus dem Schlaf der Faulheit. Sie rufe, in ihre Posaune stoßend, Aussteller und Besucher herbei. Der Lorbeerkranz – als Symbol des Sieges eine Insignie der Nike – soll vom Ruhm sächsischer Kunst und Kultur künden.
Im Gegensatz zu Vergil und Ovid ist die Dresdner Fama nicht für die schlechte Nachrede zuständig, sie erhebt vielmehr den Anspruch auf Alleinstellung, auf den besonderen Stellenwert sächsischer Kunst und Künstler.

Die Dresdner Fama vor der Sanierung.
1992 von Jörg Schöner fotografiert.

1990 bedeckt die Dresdner Fama die Patina einer untergehenden Ära, ihr Instrument scheint stumm, auf der Kugel zeichnen sich die Kontinente einer unbekannten Welt, die Gläser der Kuppel unter ihr waren blind geworden. Trotzdem – sie hat nichts von ihrer Faszination verloren und Manchem scheint die Neuvergoldung, die im Zuge einer notwendigen Restaurierung in den Jahren danach erfolgt, eine Inbesitznahme durch eine neue Ära zu sein.
In diesen Gründerjahren geht es natürlich um Standortbestimmung, um Richtungsentscheidung. Die neugegründete Werbeagentur profiliert sich.
Auf Projekte für Industrieunternehmen folgen solche für Kunst und Kultur, Architektur und Literatur. Naheliegend, dass die Begegnungen mit der Fama bereits 1991 dazu führen, dass die Plastik zu einer Art Signet und Markenzeichen der Agentur wird.
Mit der Fama verbindet sich ein Anspruch an Qualität, an Ernsthaftigkeit, an Glaubwürdigkeit. Es ist die verbindliche Übereinkunft, jeder Aufgabe – ganz gleich ob kleine oder große – die nötige Aufmerksamkeit zu widmen.